Obstipation / Verstopfung
Verstopfung bei Kindern (kindliche Obstipation): Wissenschaftliche Aufarbeitung der anthroposophischen Therapiekonzepte bei Kindern und Jugendlichen
Verstopfung bei Kindern (kindliche Obstipation) ist ein häufiges Problem, das im Alltag von Eltern und in der kinderärztlichen Praxis eine zentrale Rolle spielt. Hierbei leiden die Kinder an einer seltenen, erschwerten oder schmerzhaften Stuhlentleerung, bei der zwischen einer akuten und einer chronischen Form unterschieden wird. Während die akute Obstipation meist plötzlich durch kurzfristige Veränderungen wie Ernährungsumstellungen, Infekte oder den Beginn der Kindergartenzeit ausgelöst wird, spricht man ab einer Dauer von zwei Monaten von einer chronischen Obstipation. In über 90 Prozent der Fälle liegt eine funktionelle Ursache vor: Aus Angst vor Schmerzen halten Kinder den Stuhl zurück, wodurch dieser verhärtet und bei der nächsten Entleerung noch stärkere Schmerzen verursacht.
Die Behandlung richtet sich nach dem Verlauf der Beschwerden. Bei einer akuten Obstipation helfen meist kurzfristige Ernährungsanpassungen, reichlich Flüssigkeit oder eine wenige Tage dauernde, niedrig dosierte Gabe von Macrogol (Abführmittel), um den Stuhl schnell und schmerzfrei aufzuweichen. Bei einer chronischen Obstipation folgt die Therapie einem strukturierten Drei-Stufen-Plan: Zuerst erfolgt die Desimpaktion (Erstentleerung), bei der die Blockade durch hochdosiertes Macrogol schmerzfrei gelöst wird, was invasive Einläufe meist überflüssig macht. Daran schließt sich eine monatelange medikamentöse Erhaltungstherapie mit angepasster Macrogol-Dosierung an. Unterstützt wird dies durch ein begleitendes Verhaltenstraining mit festen Toilettenroutinen (inklusive Fußhocker für die richtige Sitzhaltung) sowie einer ballaststoffreichen Ernährung. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen ÄrztInnen und Familie ist dabei in jedem Stadium der Schlüssel zum Erfolg.
Die konventionellen Therapien können durch anthroposophische Ansätze unterstützt werden. Hierzu zählen medikamentöse sowie äußere Anwendungen, Bewegungstherapien oder künstlerische Therapien.
