Pseudokrupp
Pseudokrupp: Wissenschaftliche Aufarbeitung der anthroposophischen Therapiekonzepte bei Kindern und Jugendlichen
Ein Pseudokrupp-Anfall (oft einfach Krupp oder Krupphusten genannt) ist eine Schleimhautentzündung unterhalb des Kehlkopfs, die meist durch Erkältungsviren ausgelöst wird. Typische Symptome sind ein plötzlicher, bellender Husten, Heiserkeit und Atemnot.
Begünstigt durch Faktoren wie feuchtkaltes Wetter führt diese Schwellung in den engen Atemwegen von Säuglingen und Kleinkindern schnell zu Verengungen. Ein Anfall tritt meist nachts auf und äußert sich durch bellenden Husten, Heiserkeit und ein pfeifendes Atemgeräusch beim Einatmen. Die resultierende Atemnot löst oft Angst und Panik beim Kind aus, was die Beschwerden durch Weinen weiter verstärkt.
Wichtigste Sofortmaßnahme für Eltern ist es, Ruhe zu bewahren und das Kind aufrecht auf den Arm zu nehmen. Das Einatmen kühler Luft (am offenen Fenster) lässt die Schleimhäute meist rasch abschwellen. Danach hilft schluckweise kaltes Wasser oder Tee. Verbessert sich der Zustand nicht, sollte das Kind einem Arzt vorgestellt werden. In der Klinik oder Praxis wird die Schwellung meist effektiv mit Kortison behandelt.
Die anthroposophische Medizin bietet ergänzend hierzu begleitende Arzneimittel und Anwendungen an.

Unsere wissenschaftliche Auswertung der bisherigen Forschungsarbeiten
In einer im Jahr 2017 veröffentlichten Übersichtsarbeit, die wissenschaftliche Berichte und Untersuchungen zu anthroposophischen Therapien zur Behandlung von Pseudokrupp zusammenfasst, wurden fünf Erfahrungsberichte sowie eine retrospektive Studie zur anthroposophischen Behandlung von Kindern mit Pseudokrupp identifiziert. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass anthroposophische Therapiekonzepte in der Behandlung von Pseudokrupp praktikabel eingesetzt werden können und möglicherweise dazu beitragen, den Bedarf an Steroidtherapien zu reduzieren.x
Fachberichte
Wissenschaftliche konsensbasierte Behandlungsempfehlungen für KinderärztInnen
Im Jahr 2023 wurde mit Hilfe von erfahrenen ÄrztInnen in einem mehrstufigen Umfrageverfahren (Delphi-Prozess) eine klinische Behandlungsempfehlung für die ergänzenden anthroposophischen Therapien bei Pseudokrupp entwickelt. Die allgemeinen Verhaltensmaßnahmen erzielten eine vollständige Zustimmung der ExpertInnen (100 % Konsens). Empfohlen werden insbesondere beruhigende Maßnahmen für das Kind sowie die Anwendung von kühler oder befeuchteter Luft zur Linderung der Beschwerden. Auch die anthroposophische Arzneimitteltherapie fand eine sehr hohe Zustimmung. Die Präparate Bryonia/Spongia comp. WELEDA (100 % Konsens) und Larynx/Apis comp. Globuli WALA (96,4 % Konsens) werden sowohl zur Akutbehandlung als auch zur unterstützenden Prophylaxe empfohlen, insbesondere bei Heiserkeit, Husten und Stridor. Beide Arzneimittel werden als zentrale Bestandteile des anthroposophischen Therapiekonzepts bei Pseudokrupp angesehen. Die anthroposophischen äußeren Anwendungen erreichten ebenfalls eine hohe Zustimmung von 96,4 %. Empfohlen wird insbesondere die Einreibung des Brustkorbs mit Lavendelöl als unterstützende Maßnahme.
