Magen-Darm-Infekt
Magen-Darm-Infekt (Akute Gastroenteritis): Wissenschaftliche Therapie in der Anthroposophischen Therapiekonzepte bei Kinder- und Jugendlichen
Eine akute Gastroenteritis ist eine akute Entzündung des Magens und des Darms. Man nennt sie auch Magen-Darm-Grippe oder Magen-Darm-Infekt. Bei Kindern in Deutschland kommt diese Erkrankung sehr häufig vor.
In den meisten Fällen stecken Viren dahinter. Bei Säuglingen und Kleinkindern in Deutschland sind es besonders oft sogenannte Rotaviren oder Noroviren. Sie sind ansteckend und werden schnell von Kind zu Kind übertragen – zum Beispiel im Kindergarten.
Das größte Problem ist der Flüssigkeitsverlust (Dehydration). Durch das Erbrechen und den Durchfall verliert der Körper viel Wasser und wichtige Salze. Je jünger das Kind ist, desto schneller kann das gefährlich werden. Viel Trinken ist das Wichtigste! Am besten löffelweise oder in kleinen Schlucken Wasser, ungesüßten Tee oder spezielle Elektrolytlösungen aus der Apotheke geben.
In der Anthroposophischen Medizin gibt es bewährte Arzneimittel und Anwendungen, die als Ergänzung zur normalen Flüssigkeitszufuhr genutzt werden können.

Unsere wissenschaftliche Auswertung der bisherigen Forschungsarbeiten
Um herauszufinden, welche Erkenntnisse es zur anthroposophischen Behandlung von Magen-Darm-Infekten bei Kindern gibt, haben wir verschiedene Datenbanken nach wissenschaftlichen Veröffentlichungen durchsucht und haben diese ausgewertet. Dabei fanden wir zwei Beobachtungsstudien, drei Erfahrungsberichte und zwei Übersichtsarbeiten, die sich mit diesem Thema beschäftigen.
Beobachtungsstudien zu den anthroposophischen Präparaten der Firma WALA, Gentiana comp. und Bolus alba comp., zeigen eine gute bis sehr gute Wirksamkeit sowie Verträglichkeit bei Magen-Darm-Beschwerden. Die Wirkungen wurden von den behandelnden ÄrztInnen für 87 % bzw. 88 % der PatientInnen als positiv bewertet, wobei typische Symptome wie Durchfall und Übelkeit deutlich abnahmen.
Fachberichte
Wissenschaftliche konsensbasierte Behandlungsempfehlungen für Kinderärzt:Innen
Im Jahr 2018 entwickelten erfahrene ÄrztInnen gemeinsam eine Behandlungsempfehlung für die anthroposophische Behandlung von akuten Magen-Darm-Infekten bei Kindern. Dabei wurden vorhandene Erfahrungen und Erkenntnisse systematisch ausgewertet und gemeinsam bewertet. Hierbei wurden nur Empfehlungen aufgenommen, wenn mehr als 75% der ÄrztInnen dieser zugestimmt haben.
Die Empfehlungen zu den medikamentösen Therapieoptionen erzielten mit Zustimmungsraten von 80 bis 90 % eine breite fachliche Übereinstimmung unter den beteiligten ExpertInnen. Empfohlen wurden Arzneimittel zur symptomorientierten Behandlung von Durchfall (Geum urbanum Rh D3 Dilution WELEDA, Bolus alba comp. WALA), Übelkeit und Erbrechen (Nux vomica e semine WALA), Bauchschmerzen (Chamomilla Cupro culta, Radix Rh D3 WELEDA, Colocynthis e fructibus D6 WALA, Gentiana Magenglobuli velati WALA) sowie Kreislaufschwäche (Veratrum e radice D6 WALA). Besonders hohe Zustimmung fand der Einsatz äußerer Anwendungen: Bauchwickel und Baucheinreibungen mit Kamillen-, Fenchel- oder Kümmelöl wurden von 95 % der ExpertInnen befürwortet.
Unsere Behandlungsempfehlung:
Klinische Umsetzung der Leitlinie und Anwendung anthroposophischer Therapien im Krankenhaus
In einer prospektiven Studie mit 62 Kindern, die wegen einer akuten Magen-Darm-Grippe im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke behandelt wurden, konnte gezeigt werden, dass die Handlungsempfehlung im klinischen Alltag sehr gut anwendbar ist. Die behandelnden ÄrztInnen nutzten die Empfehlungen regelmäßig und bewerteten sie als wertvolle Unterstützung bei der Versorgung von Kindern mit akuten Magen-Darm-Infekten. Die Ergebnisse unterstreichen die hohe Praxistauglichkeit der Leitlinie sowie ihren Beitrag zu einer strukturierten und patientenorientierten Behandlung. Darüber hinaus zeigte sich eine hohe Zufriedenheit der Eltern mit dem Behandlungskonzept. Die Eltern nahmen das anthroposophische Therapiekonzept als einen entscheidenden Faktor im Genesungsprozess ihres Kindes wahr. Eltern und ÄrztInnen schätzen die Wirksamkeit der anthroposophischen Therapien als sehr gut bis gut ein.





