Chronisch-entzündliche-Darmerkrankungen (CED)

Chronisch-entzündliche-Darmerkrankungen: Wissenschaftliche Aufarbeitung der anthroposophischen
Therapiekonzepte bei Kindern und Jugendlichen

Eine Chronisch-Entzündliche Darmerkrankung (CED) ist eine dauerhafte, nicht ansteckende Entzündung des Verdauungstrakts, die bei Kindern meist in Schüben verläuft. Die beiden Hauptformen sind Morbus Crohn, der den gesamten Magen-Darm-Trakt befallen kann, und Colitis ulcerosa, die auf den Dickdarm beschränkt ist.

Im Gegensatz zu Erwachsenen äußert sich CED bei Kindern oft schleichend: Neben krampfartigen Bauchschmerzen und langanhaltenden, teils blutigen Durchfällen führen die Entzündungen häufig zu Wachstumsverzögerungen, Gewichtsverlust und extremer Müdigkeit, da der Darm Nährstoffe nicht richtig aufnimmt. Ursache ist eine Fehlfunktion des Immunsystems, das fälschlicherweise die eigene Darmschleimhaut angreift, begünstigt durch genetische Faktoren und Umwelteinflüsse.

Die Diagnose erfolgt über Blut-, Stuhl- und Ultraschalluntersuchungen sowie eine absichernde Magen- und Darmspiegelung. Obwohl CED bislang nicht heilbar ist, ermöglichen moderne Therapien – wie entzündungshemmende Medikamente, spezialisierte Trinknahrungen zur Darmschonung und psychosoziale Unterstützung – den betroffenen Kindern ein weitgehend normales Leben im Alltag und in der Schule. 

Die anthroposophische Medizin bietet ergänzend zu den konventionellen Therapien Behandlungen (Arzneimittel, äußere Anwendungen und kreative Therapien) an, um die Lebensqualität zu verbessern, Stress abzubauen und Symptome wie Bauchschmerzen zu lindern.

Unsere wissenschaftliche Auswertung der bisherigen Forschungsarbeiten

In einer umfassenden Literaturreche im Jahr 2020 haben wir nach integrativen sowie komplementär- und alternativmedizinischen Behandlungsansätzen zur Behandlung des Morbus Crohn bei Kindern gesucht. Hierbei konnten zwar keine kontrollierten Studien zu den anthroposophischen Therapien gefunden werden, aber eine Beobachtungsstudie zu dem anthroposophischen Präparat Bolus alba comp. WALA. In dieser Studie wurden neben akut erkrankten auch chronisch erkrankte PatientInnen eingeschlossen. Das meist als Begleittherapie eingesetzte Kombinationspräparat zeigte eine gute Verträglichkeit und erzielte bei 84 % der chronisch kranken PatientInnen eine leichte bis deutliche Verbesserung.

Fachberichte

Unsere Übersichtsarbeit (Systematisches Review) über die anthroposophischen Behandlungsmöglichkeiten bei CED bei Kindern

Titel: Complementary, alternative, integrative and dietary therapies for children with Crohn's disease - A systematic review

AutorInnen: Melanie Schwermer, Katharina Fetz, Alfred Längler, Thomas Ostermann, Tycho Zuzak

Publiziert in: Complementary therapies in medicine (2020)

DOI: 10.1016/j.ctim.2020.102493.

Link: www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0965229920309018

Anwendungsbeobachtung zum anthroposophischen Arzneimittel Bolus alba comp. Pulver WALA

In der Anwendungsbeobachtung zum anthroposophischen Arzneimittel Bolus alba comp. Pulver WALAwurden die Daten von chronisch erkrankten PatientInnen mit CED untersucht. Mehr als die Hälfte dieser PatientInnen nahm das Präparat dabei als Begleittherapie in Kombination mit konventionellen Medikamenten wie Mesalazin oder Budesonid ein. Nach dem Ende der Behandlung zeigte sich ein überwiegend positives Bild: In einem Fall wurde eine vollständige Symptomfreiheit erzielt, bei weit über einem Drittel der Betroffenen kam es zu einer deutlichen und bei fast der Hälfte zu einer leichten Besserung der Beschwerden. Bei den restlichen PatientInnen blieb der Zustand unverändert.

Diese Ergebnisse spiegeln sich auch in der abschließenden Bewertung wider, bei der die Mehrheit der behandelnden ÄrztInnen und der betroffenen PatientInnen dem Pulver eine gute bis sehr gute Wirksamkeit bescheinigte. Die Verträglichkeit des Präparats wurde durchgehend als sehr gut bewertet und es traten keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen auf. Für den Eintritt des spürbaren Therapieerfolgs war bei der Mehrzahl der chronisch Erkrankten eine Einnahmedauer von mindestens einer Woche notwendig.

Frauke Wellhausen; Stefanie Mocka; Ulrich Meyer (2009): Anwendungsbeobachtung WALA Bolus alba comp. Pulver. In: Der Merkurstab 62 (1), S. 61–64. DOI: 10.14271/DMS-19377-DE.