Mandelentzündung
Mandelentzündung (Angina tonsillaris): Wissenschaftliche Aufarbeitung der anthroposophischen Therapiekonzepte bei Kindern und Jugendlichen
Eine Mandelentzündung bei Kindern äußert sich häufig durch plötzliches hohes Fieber, starke Schluckbeschwerden und eine Verweigerung von Essen und Trinken. Da jüngere Kinder ihre Halsschmerzen oft nicht genau benennen können, klagen sie stattdessen häufig über unspezifische Bauchschmerzen oder Übelkeit. Die Mandeln im Rachen sind in der Regel stark gerötet, geschwollen und oft mit weißen Eiterstippchen besetzt, während die Lymphknoten am Hals tastbar anschwellen. Da die Erreger – meist Viren, bei Kindern ab dem Kindergartenalter aber auch häufiger hochansteckende Streptokokken-Bakterien sind, sollten erkrankte Kinder bis zur Genesung nicht in die Kita oder Schule gehen.
Die Behandlung basiert vor allem auf der Linderung der Beschwerden, wobei kindgerechte Fieber- und Schmerzmittel als Saft oder Zäpfchen die Schmerzen beim Schlucken dämpfen können. Antibiotika kommen nur nach einem ärztlichen Nachweis von Bakterien zum Einsatz; sie verkürzen die Krankheitsdauer leicht und die Kinder sind bereits 24 Stunden nach der ersten Einnahme nicht mehr ansteckend.
In der anthroposophischen Medizin gibt es Arzneimittel und Anwendungen, die ergänzend zur allgemeinen Behandlung eingesetzt werden können.

Unsere wissenschaftliche Auswertung der bisherigen Forschungsarbeiten
In der im Jahr 2023 durchgeführten Literatursuche zu integrativen sowie komplementär- und alternativmedizinischen Behandlungsansätzen für die kindliche Angina tonsillaris konnten keine Fallberichte oder klinische Studien für die anthroposophischen Therapien gefunden werden.
Fachberichte
Wissenschaftliche konsensbasierte Behandlungsempfehlungen für KinderärztInnen
Im Jahr 2023 haben wir mittels eines mehrstufigen Umfrageprozesses (Delphi-Prozess) mit erfahrenen ÄrztInnen in diesem Bereich eine Behandlungsempfehlung für die erweiterten anthroposophischen Therapien zur Behandlung der Mandelentzündung bei Kindern entwickelt. Die medikamentösen Therapieempfehlungen erreichten hohe Zustimmungsraten zwischen 83 % und 97 % unter den beteiligten ExpertInnen. Empfohlen wurden symptomorientierte Arzneimittel zur Behandlung von Halsschmerzen (Echinacea Mund- und Rachenspray WALA), fieberhaften Tonsillitiden ohne Lymphknotenschwellung (Apis Belladonna Globuli velati WALA), fieberhaften Tonsillitiden mit eitrigen Belägen und Lymphadenitis (Apis/Belladonna cum mercurio Globuli velati WALA, Zinnober comp. Trituration WELEDA) sowie Tonsillitiden mit begleitender Heiserkeit und möglicher Sinusitis (Pyrit/ Zinnober Tabletten WELEDA). Die höchste Zustimmung unter den medikamentösen Empfehlungen erhielt Zinnober comp. Trituration WELEDA mit 97 % Konsens. Auch die anthroposophischen äußeren Anwendungen fanden breite Unterstützung und erreichten Zustimmungsraten zwischen 83 % und 96 %. Hierzu zählen Zitronen-Halswickel bei Halsschmerzen, Quark-Halswickel bei fieberhaften Tonsillitiden mit schmerzhaften Lymphknotenschwellungen, Halswickel mit Archangelica comp. Salbe WELEDA zur Behandlung von Lymphadenitis und Lymphadenopathie sowie warme Fußbäder mit Lavendel, Zitrone, Ingwer- oder Senfmehl. Besonders hohe Zustimmung erzielten anthroposophische Gurgeltherapien mit einer Konsensrate von bis zu 100 %. Empfohlen wurden Gurgelanwendungen mit Bolus Eucalypti comp. WELEDA zur Behandlung von Halsschmerzen sowie Gurgeln mit Salbeitee bei Hals- und Schluckbeschwerden.



